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Bitcoin – Erholungschance
Seit dem Sturz bis auf 17.600 USD Mitte Juni 2022 kommen die Bitcoin-Preise nur sehr langsam auf die Beine

1. Rückblick

Seit dem Sturz bis auf 17.600 USD Mitte Juni 2022 kommen die Bitcoin-Preise nur sehr langsam auf die Beine. Zwar gelang im August eine schwache Erholungsbewegung bis auf 25.200 USD, ansonsten schoben sich die Notierungen in den letzten Monaten jedoch seitwärts zwischen 18.500 USD und 20.000 USD durch den Chart. 

Möchte man zumindest irgendetwas positives berichten, dann ist es wohl die Tatsache, dass der Bitcoin (BTC) im Gegenzug zu den Aktien- und Anleihemärkten sowie dem Goldpreis in den letzten vier Monaten kein neues Tief markiert hat, sondern sich seit Mitte Juni konstant oberhalb von 18.200 USD halten konnte.

Ethereum/Bitcoin-Ratio, Wochenchart vom 28. Oktober 2022. Quelle: Tradingview

Interessant und durchaus positiv ist zudem die Tatsache, dass sich Ethereum (ETH) seit jenem Crash im Juni deutlich besser als der Bitcoin entwickelt. Zwar gibt es mehr als berechtigte Kritik am Ethereum-Netzwerk und Bitcoin verdient auch weiterhin als einziger das Prädikat „tatsächlich dezentralisiert“, der Markt scheint aber mehr zu wissen und daher einzupreisen. Hinsichtlich der Marktkapitalisierung hinkt Ethereum noch immer weit hinter Bitcoin.

Das Ethereum/Bitcoin-Ratio macht jedoch deutlich, dass Ethereum, welches im Gegensatz zum Bitcoin nicht als Währung und Wertaufbewahrungsmittel, sondern für komplexe intelligente Verträge (smart contracts) und dezentrale Anwendungen konzipiert wurde, weiter am Ausbruch gegen den Bitcoin bastelt. Tatsächlich repräsentiert Ethereum aufgrund des technologischen Fortschrittes mittlerweile besser die Innovation „Blockchain“. Und obwohl das Interesse an den Krypto-Währungen in letzter Zeit aufgrund der Kursschwäche zurückgegangen ist, zeigt der Global Index von Chainanalysis, dass große und langfristige Krypto-Investoren ihre Positionen durchgehalten haben.

2. Chartanalyse Bitcoin in US-Dollar

2.1 Wochenchart: Klar definierter Abwärtstrendkanal

Bitcoin in USD, Wochenchart vom 28. Oktober 2022. Quelle: Tradingview

Im großen Bild notiert der Bitcoin aktuell knapp unter der mittleren Trendlinie seines übergeordneten Aufwärtstrendkanals. Dieser Trendkanal ist trotz der 11-monatigen Korrektur noch immer intakt und wäre erst mit Kursen unterhalb von ca. 6.000 USD ad acta zu legen.

Seit dem November 2021 findet das Preisgeschehen jedoch gleichzeitig auch in einem klar definierten Abwärtstrendkanal statt. Hier handelt der Bitcoin derzeit knapp oberhalb der mittleren Trendlinie. Eine Erholung innerhalb des Abwärtstrendkanals hätte derzeit bis ca. 27.500 USD Platz.

Insgesamt bleibt der Trend auf dem Wochenchart noch immer abwärtsgerichtet, die zähe Seitwärtsphase der letzten Monate könnte aber zunächst mit einer Erholung aufgelöst werden. Dazu wäre der überverkaufte Stochastik-Oszillator ideal positioniert. Gleichzeitig ist man gut beraten, Erholungsbewegungen nicht überzubewerten und das Ende des Krypto-Winters in Ruhe abzuwarten, denn unterhalb von 18.000 USD droht noch immer ein weiterer Kursrutsch von ca. 30-50%.

 

2.2 Tageschart: Erholungschance

Bitcoin in USD, Tageschart vom 28. Oktober 2022. Quelle: Tradingview

Auf dem Tageschart hat die breite Unterstützungszone zwischen 18.000 USD und 20.000 USD in den letzten Wochen gehalten. Aktuell bemühen sich die Bitcoin-Bullen um einen Ausbruch nach oben. Ein erster Versuch ist am Mittwoch zwar zunächst gescheitert, das obere Bollinger Band (20.416 USD) wird derzeit aber aufgebogen. Damit entsteht schrittweise mehr Platz auf der Oberseite.

Erstes Ziel einer Erholung wäre die schnell fallende 200-Tagelinie (24.863 USD). Auch ein Anstieg bis zum Abwärtstrendkanal im Bereich um 25.000 bis 26.000 USD scheint grundsätzlich möglich. Allerdings hat die Stochastik schon wieder die überkaufte Zone erreicht. Insofern sieht es eher nach einem zähen Vorrücken der Kurse aus.

Zusammengefasst ist die Chance für eine etwas größere Erholung auf dem Chart. Kurse deutlich oberhalb von 25.000 USD erscheinen momentan aber (noch) unrealistisch. Sollte der US-Dollar jedoch tatsächlich etwas stärker korrigieren, dürfte das den Bitcoin beflügeln.

 

3. Sentiment Bitcoin – Seit Jahresanfang ist Angst der Normalzustand

Crypto Fear & Greed Index vom 28. Oktober 2022. Quelle: Lookintobitcoin

Der Crypto Fear & Greed Index notiert aktuell bei 30 und misst damit weiterhin hohe Angstzustände im Krypto-Sektor. Seit dem Kurssturz zum Jahresbeginn ist dies der Normalzustand geworden.

Crypto Fear & Greed Index vom 28. Oktober 2022. Quelle: Lookintobitcoin

Im großen Bild liefert die ausgebombte Stimmung aber gleichzeitig eine antizyklische Chance. 

 

4. Saisonalität Bitcoin – Starkes 4.Quartal

Bitcoin Saisonalität vom 28. Oktober 2022. Quelle: Seasonax

Statistisch betrachtet gelang dem Bitcoin in den letzten 12 Jahren meist ein starkes 4.Quartal. Natürlich können saisonale Statistiken nicht zukünftige Kursbewegungen garantieren. 

Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit für eine Erholung bis zum Jahresende aus der saisonalen Perspektive deutlich erhöht.

 

5. Bitcoin gegen Gold

Bitcoin/Gold-Ratio, Wochenchart vom 28. Oktober 2022. Quelle: Tradingview

Bei Kursen von derzeit knapp 20.000 USD für einen Bitcoin und rund 1.655 USD für eine Feinunze Gold muss man für einen Bitcoin fast 12,17 Unzen Gold bezahlen. Andersherum gesagt kostet eine Feinunze Gold aktuell ca. 0,082 Bitcoin. Genau wie der Bitcoin-Preis läuft auch das Bitcoin/Gold-Ratio seit gut viereinhalb Monaten seitwärts. Eine Erholung zugunsten des Bitcoins will bislang nicht gelingen. Der übergeordnete Trend zeigt daher weiter gen Süden und das Bitcoin/Gold-Ratio müsste zumindest über 14 ansteigen, um den Abwärtstrend klar und nachhaltig zu brechen.

Zusammengefasst bewegt sich das Bitcoin/Gold-Ratio weiterhin in einem Abwärtstrend, wobei der letzte große Kursrutsch seit über vier Monaten seitwärts konsolidiert wird.

 

6. Makro-Update – Verschnaufpause bis zu den Kongresswahlen

10-jährige US-Staatsanleihen, Monatschart vom 28. Oktober 2022. Quelle: Tradingview

Die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen ist im Laufe der letzten vier Wochen zunächst weiter bis auf 4,33% angestiegen, kam dann aber in den letzten Handelstagen bis auf aktuell 3,97% zurück. 


US-Dollar Index vom 27. Oktober 2022. Quelle: Sentimenttrader

Zum ersten Mal seit Anfang des Jahres scheint zudem der US-Dollar etwas ins Straucheln zu geraten, denn der Greenback fiel erstmals wieder etwas deutlicher unter seine 50-Tagelinie. Sowohl die Konstellation an den Terminmärkten als auch das Sentiment sprechen eigentlich für eine Korrektur beim US-Dollar.

Fed Reserve, operativer Gewinn bzw. Verlust, Stand 28. Oktober 2022. ©ZeroHedge

Gleichzeitig kosten die deutlich gestiegenen Zinsen die amerikanische Zentralbank eine Menge Geld, denn die FED muss täglich über eine halbe Mrd. USD an Zinsen an amerikanische und ausländische Banken bezahlen. So stieg der Betriebsverlust der FED in der vergangenen Woche auf einen Rekordwert von 6,3 Mrd. USD!

Insgesamt haben sich zuletzt also die zwei großen Stressfaktoren an den Finanzmärkten (steigende Zinsen und starker US-Dollar) etwas beruhigt. Sofort mehrten sich die Anzeichen einer größeren Erholung an den Aktienmärkten, der es aber bislang an Nachhaltigkeit mangelt. Auch der Bitcoin konnte kurz bis auf 21.000 USD emporschnellen. Trotzdem bleibt die Lage weiter angespannt und die eigentlich überfällige Korrekturbewegung beim US-Dollar ist noch nicht bestätigt. 

Eine Erholung bis zu den Kongresswahlen in den USA am 8.November wäre jedoch in allen Sektoren überfällig. Eventuell könnte daraus sogar eine Jahresend-Rally werden. Aufgrund der fragilen Gesamtlage könnte die FED daher in der kommenden Woche zumindest ihre Tonart etwas mildern und somit eine Erleichterungsrally befeuern. Trotzdem ist es noch viel zu früh, um das Ende des Bärenmarktes an den Finanzmärkten auszurufen.

7. Fazit: Bitcoin – Erholungschance

Mit derzeit 20.250 USD notiert der Bitcoin rund 70% unter seinem Allzeithoch. Die letzten 11 Monate waren von einer brutalen Talfahrt gekennzeichnet und bislang sind noch keine Signale für einen Trendwechsel auszumachen. Im Gegenteil, angesichts der desolaten Makro-Lage könnte sich die Korrektur im Krypto-Sektor vor allem zeitlich noch deutlich in die Länge ziehen. Trotzdem besteht zwei Monate vor dem Jahresende zumindest die Chance für eine kleine Erholung in Richtung von ca. 25.000 USD. Mittelfristig wäre dann erst in 2023 mit einem neuen Angriff auf die Unterstützung um 18.000 USD zu rechnen.


Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

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Quelle: www.celticgold.de

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