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Bitcoin – Miserable Stimmung bietet Chance für eine Erholung
Ausgehend von einem neuen Allzeithoch bei 69.000 USD am 10.November 2021 rutschten

1. Rückblick


Ausgehend von einem neuen Allzeithoch bei 69.000 USD am 10.November 2021 rutschten die Preise für einen Bitcoin in den letzten sieben Monaten deutlich in den Keller. Der Tiefpunkt der Korrektur wurde bislang am 12.Mai mit Kursen um 25.400 USD markiert. 


Dabei konnten sich der Bitcoin im Anschluss an die erste harte Korrekturwelle (-52,25% in zweieinhalb Monaten), welche am 24.Januar bei 32.950 USD endete, bis Ende März vorübergehend um 46% bis auf knapp 48.000 USD erholen. Die dort verlaufende 200-Tagelinie blockierte aber jedes Weiterkommen und drückte die Bitcoin-Kurse direkt in die nächste harte Korrekturwelle (-47,2% in eineinhalb Monaten). Mit einem Tief bei 25.400 USD kam es im Umfeld des Terra-Luna-Desasters vor wenigen Wochen zu einem weiteren dramatischen Panikausverkauf. 


Noch heftiger wurden die allermeisten Altcoins abgestraft. Hier sind vom Hoch bis zum Tief bittere Verluste von z.B. -64% bei Ethereum (ETHUSD), -83% bei Polygon (MATICUSD), -85% bei Solana (SOLUSD) und -87% bei Cardano (ADAUSD) entstanden. Damit ist ein etablierter Bärenmarkt bzw. ein sogenannter Kryptowinter nicht mehr von der Hand zu weisen.


Trotz einem Verlust von insgesamt 63% seit dem Allzeithoch im November sowie einer völlig niedergeschlagenen Stimmung, kommt der Bitcoin in den letzten vier Wochen kaum bzw. nur sehr langsam und zäh auf die Beine. Das Beste was die flache Erholungsbewegung bislang erreichen konnte waren 32.375 USD.


2. Chartanalyse Bitcoin in US-Dollar


2.1. Wochenchart: An der zehnjährigen Aufwärtstrendlinie




Bitcoin in USD, Wochenchart vom 10. Juni 2022. Quelle: Tradingview


Die Korrektur der letzten sieben Monate hat den Bitcoin zurück an eine 10-jährige Aufwärtstrendlinie geführt. Diese hat ihren Ursprung beim Tief im Herbst 2011 mit Kursen um 2,35 USD und wurde durch das Corona-Crashtief um 3.800 USD im März 2020 definiert. Bislang konnten sich die Bitcoin-Notierungen trotz einem kurzzeitigen Unterschreiten per Tages- und Wochenschluss problemlos darüber halten.


Hinzu kommt die überverkaufte Lage auf dem Wochenchart. Der Stochastik-Oszillator notiert auf tiefen Niveaus und scheint sich um eine Stabilisierung zu bemühen. Eine Erholung nach oben hätte viel Platz. 


Insgesamt ist der Wochenchart zwar zunächst noch bärisch, die Chancen für eine Erholung sind aber gut sichtbar. Das obere Bollinger Band gibt hier momentan Platz bis ca. 37.700 USD. Nur wenn die große Aufwärtstrendlinie (aktuell ca. 29.000 USD) nicht mehr gehalten werden kann, ist eine unmittelbare Fortsetzung der Abwärtsbewegung zu erwarten. Dann sind schnell Kurse bis an die mittlere Trendlinie des großen Aufwärtstrendkanals der letzten zwei Jahren bzw. bis an das alte Allzeithoch aus dem Jahre 2017 um 20.000 USD denkbar.


2.2. Tageschart: Zähe Seitwärtsphase 



Bitcoin in USD, Tageschart vom 10. Juni 2022. Quelle: Tradingview


Auf dem Tageschart sind die Kurse seit dem Scheitern an der 200-Tagelinie (akt. 41.137 USD) schwer unter Druck geraten und in wenigen Wochen bis auf ein Tief bei 25.400 USD abgestürzt. Seitdem bemüht sich der Bitcoin wieder auf die Beine zu kommen. Souverän sieht das momentan nicht aus, aber eine Stabilisierung bzw. Bodenbildung benötigt nun mal Zeit.


Die Tages-Stochastik weiß auch nicht so recht, wohin das Momentum will. Der Oszillator zieht sich daher momentan ohne Aussagekraft konsolidierend zusammen. Eine Auflösung nach oben würde sicherlich neue Kräfte freisetzen. Die beiden Bollinger Bänder definieren zudem eine Seitwärtsphase zwischen 31.755 USD und 28.313 USD.


Zusammengefasst ist der Tageschart neutral. Man kann gut erkennen, wie sich die Kurse seit fast vier Wochen oberhalb der langjährigen dunkelgrünen Aufwärtstrendlinie seitwärts schieben. Eigentlich sollte sich hieraus ein Wiedersehen mit der schnell fallenden 200-Tagelinie entwickeln. Das erste Fibonacci-Retracement (23,6%) der gesamten Korrektur liegt bei 35.690 USD und stellt ein realistisches Minimalziel für eine Erholung dar. Wird die dunkelgrüne Aufwärtstrendlinie hingegen klar auf Tages- und Wochenschlusskurs unterschritten eröffnet sich neues Abwärtspotenzial.


3. Sentiment Bitcoin



Crypto Fear & Greed Index vom 9. Juni 2022. Quelle: Lookintobitcoin


Der Crypto Fear & Greed Index notiert seit Wochen im dunkelroten Bereich mit Werten zwischen 8 und 20. Die Angst im Krypro-Sektor ist sehr hoch.




Crypto Fear & Greed Index vom 9. Juni 2022. Quelle: Lookintobitcoin


Im großen Bild ähnelt die aktuelle dunkelrote Lage beim Crypto Fear & Greed Index dem Setup vom Januar 2019. Auch damals hatte der Kryptowinter brutal zugeschlagen und es dauert fast drei Monate bis der Bitcoin eine massive Erholungsrally auf den Weg bringen konnte. Neue Tiefs wurde in der Bodenbildungsphase damals nicht mehr gesehen.


Insgesamt liefert die ausgebombte Stimmung das beste antizyklische Kaufsignal seit über zwei Jahren.


4. Saisonalität Bitcoin




Bitcoin Saisonalität vom vom 9. Juni 2022. Quelle: Seasonax


Gemäß dem saisonalen Muster der letzten 11 Jahre müsste der Bitcoin kurz vor einem dramatischen Ausverkauf stehen. Allerdings passt der saisonale Zyklus in diesem Jahr nicht zum Kursverlauf, denn der Bitcoin kam in den letzten zweieinhalb Monaten bereits heftigst unter die Räder. Die typische Stärkephase im Mai und Juni könnte dieses Jahr daher nach hinten verschoben werden und eine Erholungsrally in den kommenden Monaten bringen. Zum Herbst hin wäre dann zusammen mit den typischen Turbulenzen an den Aktienmärkten nochmals eine bärische Phase zu erwarten, die wiederum gut zum schwachen Monat September passen würde.


Insgesamt ist die saisonale Komponente in 2022 bislang mit Vorsicht zu genießen, denn das Marktgeschehen hat sich bislang kaum an das saisonale Muster gehalten.


5. Bitcoin gegen Gold



Bitcoin/Gold-Ratio, Wochenchart vom 10. Juni 2022. Quelle: Tradingview


Das Bitcoin/Gold-Ratio ist in den letzten sieben Monaten von 37,41 auf 13,95 um 62,7% abgestürzt. Das Gold konnte sich also nach langer Leidensphase extrem gut gegen den Bitcoin behaupten. Bei Kursen von derzeit knapp 30.000 USD für einen Bitcoin und knapp 1.845 USD für eine Feinunze Gold muss man für einen Bitcoin gut 16,26 Unzen Gold bezahlen. Andersherum gesagt kostet eine Feinunze Gold aktuell ca. 0,0615 Bitcoin.


Der Tageschart für das Bitcoin/Gold-Ratio lässt momentan eine mögliche Bodenbildung erkennen. In Anschluss hätte der Bitcoin die Chance, für eine Erholung bis an die ehemalige Unterstützungslinie (rot) im Bereich um 19 sowie bis zur schnell fallenden 200-Tagelinie (akt. 22,12) zu sorgen. In diesem Bereich läge ebenso das minimal Fibonacci-Retracement (23,6%) bei 19,48. Ob die Kräft der Bitcoin-Bullen dazu reichen, werden die nächsten Wochen bzw. ein bis drei Monate zeigen müssen. Die Chancen stehen aber durchaus recht gut. Sollte das Ratio aber auch die derzeitige Unterstützungszone zwischen 18 und 16 nicht halten können, wäre eine Fortsetzung der Korrektur in Richtung der nächsten Haltezone um ca. 10 möglich.


Aktuelle Sonderangebote - So lange Vorrat reicht:

Grundsätzlich sollte man sowohl in Edelmetallen als auch in Bitcoins investiert sein. D.h. mindestens 10% und maximal 25% seines Gesamtvermögens sollte man in physische Edelmetalle anlegen, während man in Kryptos und vor allem im Bitcoin zunächst wenigstens 1% bis 5% halten sollte. Wer mit den Kryptowährungen und Bitcoin genügend Erfahrung gesammelt sowie das langfristige Potenzial erkannt hat und gleichzeitig die extreme Volatilität akzeptiert, kann individuell sicherlich auch wesentlich höhere Prozentzahlen in Bitcoin allokieren. Für den normalen Anleger, der natürlich vor allem in Aktien, Immobilien und idealerweise auch in Edelmetallen investiert ist, sind maximal 5% im immer noch spekulativen und vor allem hochvolatilen Bitcoin ein erster sinnvoller Richtwert.

Zusammengefasst hat das Bitcoin/Gold-Ratio derzeit eine gute Chance auf eine Erholung zugunsten des Bitcoins. Wie lange und wie nachhaltig diese Erholung ausfällt, wird es sich erst noch zeigen müssen. Insgesamt wird der Goldpreis den Bitcoin bis zum Ende des Kryptowinters aber outperformen.


6. Makro-Update – Risk-Off



EZB-Bilanzsumme vs. EZB-Zinsatz vom 9.Juni 2022. ©Holger Zschaepitz

Obwohl die offizielle Inflationsrate im Mai in Deutschland auf 7,9% angestiegen ist, hat die Europäische Zentralbank am Donnerstag dieser Woche ihre Zinssätze unverändert gelassen. Allerdings will man im Juli die Zinsen um 25 Basispunkte anheben. Der Umfang einer weiteren Zinserhöhung im September wird sich laut EZB erst aus den dann vorliegenden Daten ergeben. Gleichzeitig endet Pandemic emergency purchase programme (PEPP) zum 1.Juli.



Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen vom 6.Juni 2022. ©Holger Zschaepitz

Gleichzeitig sind die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen in den letzten Monaten aber bereits auf über 3% explodiert. Der Anstieg vom Rekordtief Mitte 2020 bei 0,33% ist dramatisch und stellt die Anleihen-, Kredit- und Immobilienmärkte weltweit bereits auf den Kopf bzw. unter gewaltigen Druck. Die EZB hinkt nun dem aggressiven Zinserhöhungsplan der amerikanischen Fed deutlich hinterher, während die Inflation in der Eurozone auf den höchsten Stand seit über 40 Jahren explodiert ist.



Finanzielle Lage in den USA vom 1.Juni 2022. ©Holger Zschaepitz

Das Platzen der größten Anleihen-Blase aller Zeiten hat in den letzten Monaten für hohen Stress im gesamten Finanzsystem gesorgt. Aktuell bemühen sich die Märkte um eine Stabilisierung und hoffen auf niedrigere Inflationsdaten, so dass die amerikanische FED womöglich ihre Zinserhöhungsrhetorik etwas zurücknimmt. Trotzdem werden den Märkten im Zuge des „Quantitative Tightening“ bis zum Herbst bereits eine Viertel-Billion USD entzogen.


Bis zum schwarzen Börsenmonat September könnte sich die Märkte den Sommer über möglicherweise halbwegs gut halten oder zur Überraschung vieler sogar etwas deutlicher erholen. Für den Herbst sollte man aber mit neuerlichen Abverkäufen und vermutlich auch neuen Tiefs an den Aktienmärkten rechnen. Dies dürfte dann auch dem Bitcoin und den Kryptos zusetzten.


Insgesamt befinden sich die Aktienmärkte in einem Bärenmarkt. Gleiches gilt für den Kryptosektor. Die Immobilienmärkte dürften in den kommenden Monaten ebenfalls deutlicher unter Druck geraten. Cash bleibt in diesem Umfeld King und Geduld ist der beste Ratgeber. Eventuell wird der Oktober eine geniale Einstiegschance in allen Märkten mit sich bringen.


7. Fazit: Bitcoin – Miserable Stimmung bietet Chance für eine Erholung


Die Finanzmärkte haben seit November ein paar brutale Korrektur aufs Parkett gelegt. Fast alle Aktien sind zweistellig gefallen, einige Tech-Aktien haben 70% bis 90 % verloren! Gold hingegen hat sich besser gehalten als die meisten Aktien und Anlageklassen. Lediglich Energie- und Agrarrohstoffe konnten bis zum April deutlich zulegen.


Bitcoin und der gesamte Kryptosektor kamen als spekulativste Anlageklasse hingegen am stärksten unter die Räder. Der intakte Krypto-Winter könnte leicht noch ein oder zwei Jahre andauern, denn das nächste Bitcoin-Halving wird erst für Anfang Mai 2024 erwartet! Nach dem unglaublichen Boom befinden sich die Kryptowährungen jetzt in einem brutalen Abschwung. Leider war das in der Vergangenheit schon immer der Fall, und so dürfte es auch dieses Mal sein. Während des Booms sind viel zu viele schlechte Projekte und viel zu viel Gier im Krypto-Sektor entstanden. Jetzt befindet sich der Sektor in einer dramatischen und brutalen Säuberung bzw. Entgiftung, bei der alle schwachen Projekte und alle betrügerischen Akteure ausgelöscht werden. Mittelfristig wird der Bitcoin aber überleben und stärker als zuvor zurückkommen. Dazu benötigt es allerdings Zeit.


Vom Hoch hat der Bitcoin bislang ca. -63% verloren, was im Vergleich zu früheren Zyklen eher gering ist. In den vergangenen Zyklen hat der Bitcoin immer mehr als -80% verloren! In Anbetracht der schwachen Erholung seit dem jüngsten Tief bei 25.500 US-Dollar haben wir also möglicherweise noch nicht den endgültigen Tiefpunkt gesehen. Allerdings sahen Bodenbildungsphasen beim Bitcoin immer so ähnlich wie aktuell aus. Daher gehen wir kurzfristig eher davon aus, dass dem Bitcoin bis zum Sommer eine Erholung in Richtung von ca. 35.000 USD gelingen sollte.


Im Herbst könnte der Bitcoin dann aber auf der Suche nach dem endgültigen Tiefstand weiter in Richtung 22.500 US-Dollar korrigieren oder sogar unter 20.000 US-Dollar fallen. Die straffe US-Geldpolitik ist neu für den Bitcoin, denn seit der Erfindung von Bitcoin im Jahr 2009 war die US-Geldpolitik immer sehr expansiv. 


Wie lange die FED diesen schmerzlichen Weg durchhalten kann, ist momentan noch nicht absehbar. Spätestens wenn die Kreditmärkte zu implodieren beginnen, wird man wieder zum Gelddrucken übergehen müssen. Das ist dann Zeitpunkt, an dem Gold und auch Bitcoin abheben werden.


Zusammengefasst gibt es kurzfristig gute Erholungschancen, Mittelfristig befindet sich der Bitcoin in einem Kryptowinter. Langfristig betrachtet sind Kurse unterhalb von 30.000 USD höchstwahrscheinlich eine gute Kaufchance.


Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

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